Jontef ist den besten Klezmer-Gruppen instrumental technisch ebenbürtig, übertrifft sie aber durch den Abwechslungsreichtum im Repertoire. Arrangeur Joachim Günther schreibt raffinierte Instrumentalsätze: Da geht der Kontrabass parallel mit der Klarinette, wird passend zum Lied die Violine mit der Gitarre ausgetauscht, werden waghalsig, aber gelungen Blues-Harmonien und Klezmer-Melodik kombiniert. Einmal lässt Jontef sogar hören, wie Klezmer im frühen 19. Jahr-hundert in einem weit abgelegenen Schtetl mag geklungen haben, wenn wenig versierte Musikanten aufspielten, der Bass sich auf simple Begleitfiguren beschränkte und die Klarinette ihre Skalen in etwas gemächlicherem Tempo absolvierte. Unerschöpflich scheint der Vorrat an jiddischen Liedern, Anekdoten und Witzen zu sein: Selten muss sich Jontef wiederholen, obwohl man manches Lied aus ihren Programmen der vergangenen 30 Jahre gern Wiederhören würde - Lieder um die Figuren "Todie, der Schelm, und Leiser, der Geizhals" oder aus dem unterhaltsamen, zudem literaturgeschichtlich verdienstvollem Programm zu Ehren des Literatur-Nobelpreisträgers Isaak B.Singer, "Weiber, Wahnsinn und Dämonen.