Wenn es um ungarische Musik im 20. Jahrhundert geht, werden Kodály und Bartók oft in einem Atemzug genannt. Die Komponisten haben viel gemeinsam: Sie studierten beim selben Kompositionslehrer, sie begeisterten sich für ungarische Volksmusik und waren leidenschaftliche und erfolgreiche Pädagogen. Sie zogen als Feldforscher über Land und dokumentierten Lieder und Tänze. In Kodálys Duo schlägt sich der ländliche Ton unmittelbar nieder. Auch in Bartóks zweitem Streichquartett sind Folkloretöne zu hören. Für den jungen Bartók war der deutsche Kollege Richard Strauss kurze Zeit ein bewundertes Vorbild. Dessen „Metamorphosen“ entstanden unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg und bringen musikalisch die Trauer über die Opfer und Zerstörungen zum Ausdruck.